Chronik

Die Lomnitzer

Am 23.04.2002 begannen 10 Ortsansässige die intensive Arbeit in Vorbereitung einer neuen Ortschronik. Damals wurde zunächst Material zusammengetragen, gesichtet, vorhandenes Material sortiert. Die für eine Chronik wichtigen Themen wurden unter den Mitstreitern zur Ausarbeitung und für Nachfragen aufgeteilt. Immerhin musste eine Zeitspanne ab dem Jahr 1313 bis zur Gegenwart aufgearbeitet bzw. ergänzt werden.

Große Hilfen bei diesem Vorhaben waren die schon veröffentlichten Chroniken anderer Ortschaften mit deren Aufteilung und Aufbau, wie auch die Mitarbeit des Chronisten H.-W. Gebauer. Parallel zur Erarbeitung einer neuen Chronik, entstand die Idee, die „Kantor-Pech-Chronik“ aus dem Jahr 1936 sowie die meist unbekannte „Häntzschel-Chronik“ aus dem Jahr 1763 neu aufzulegen.

 

Dies geschah dann auch am 06.12.2003. Damit das Interesse an der Arbeit der Chronikgruppe geweckt wurde, fanden in der Zwischenzeit 3 Vorträge, geführt von Herrn Gebauer, statt. Ebenso entstand ein Kalender mit Nachdrucken historischer Postkarten. Der Termin der Erscheinung der neuen Ortschronik Lomnitz sollte dann der 28.11.2004 sein und dieser wurde auch eingehalten.

 

Regelmäßig wird sich getroffen um die ferne und nahe Geschichte des Ortes aufzuarbeiten, um Themen meist in Form eines Sonderheftes abschließend zu dokumentieren.

Gleichzeitig beteiligten sich die Mitglieder aktiv an der Vorbereitung und Ausgestaltung von Höhepunkten in der Ortsgeschichte. So z. B. mit der Ausgestaltung einer Ausstellung zur 700 Jahrfeier unseres Heimatortes oder eine Ausstellung zum Leben und Wirken des Herrn Oppel hier in Lomnitz.

 

Kontakt und der Erwerb von Veröffentlichungen sind möglich über:

Cornelia Reuter

Obermühle

Am Mühlberg 3

01454 Lomnitz

Telefon 035205/53831

 

1. Chronik -Eine Chronik-

 

Die Recherchen für die neue Chronik ergaben viele neue Fakten. Der Regionalhistoriker H.-W. Gebauer fand unzählige Niederschriften. Die Aufzeichnungen der damaligen Ortschronisten konnten zum großen Teil widerlegt werden. In den Staatsarchiven bzw. auch im Stadtarchiv von Radeberg fand Herr Gebauer viel über Lomnitz heraus. Auch kleine Anekdoten oder Gerichtbarkeiten wurden dabei entdeckt. So z. B. ist ein Auszug aus dem ältesten bekannten Steuerregister der Gemeinde Lomnitz.

 

Die Chronik ist nach Jahr und Tag untergliedert und so gibt es viel zu "erzählen". Wie schon erwähnt, wurde über Lomnitz viel aufgeschrieben.

 

Lomnitz wurde 1313 das 1. Mal urkundlich erwähnt. Die folgenden Jahrhunderte kann man in der Chronik nachlesen. Im Jahre 1631 erwarb Johann Georg v. Oppel das Gut Lomnitz. Herr v. Oppel ist nicht ständig in Lomnitz. Er hat demzufolge Verwalter eingesetzt. Vieles wurde durch ihn verändert.

 

Jedes Jahrhundert wurde in Fakten festgehalten. Über die ortsansässigen Vereine, Firmen bis hin zur Kommunalpolitik wurde alles in der Chronik niedergeschrieben. Die Aufzeichnungen enden im Jahr 2004.

 

Leseproben:

"23.10.1313 - Der Ritter, miles, Timo de Lomenicz, ist Zeuge eines Landkaufes in einer Urkunde des Meißner Burggrafen. Die ist die bisher älteste bekannte, erstmalige urkundliche Erwähnung von Lomnitz."

 

"1548 - Radebergs Amtmann Hans von Dehn-Rothfelser legt im Auftrag seines Landesherren fest, dass die Gemeinde Lomnitz die Macht hat - ihr Gemeindebier einzulagern-. Gemeindebier wurde nach altem Brauch zu hohen Kirchtagen getrunken."

 

"08.09.1612 - Beim Dach decken des Hofegebäudes stürzt Christoff Greffe ab und stirbt an den Folgen. Es ist der urkundlich gesehen älteste bisher gefundene Unfall in Lomnitz."

 

"08.07.1661 - Nach großer Trauer wird der Gutsherr Johann Georg von Oppel in einer Gruft in der Kirche zu Lomnitz beigesetzt. Von Oppel war am 19.06. mittags um 11 Uhr in Dresden gestorben."

 

"18.05.1737 - Der Sohn des Buschmüllers, Christian Benjamin Saupe, besucht das Kreuzgymnasium in Dresden."

 

"1838 - Der vor 1830 abgeschaffte Gemeindebulle wird wieder eingeführt. er wird über ein Umlageverfahren aus allen rinderhaltenden Landwirtschaftsbetrieben finanziert."

 

"1855 - Lomnitz erhält ein neues Schulhaus. Der Bau dauerte von April bis 7. Oktober. während dieser Zeit hatten die Kinder schulfrei, lediglich donnerstags war im Pfarrhaus Katechismusunterweisung.

 

"1920 - Fünf Kinder werden Opfer der in Lomnitz wütenden Keuchhustenepedemie."

 

"23.10.1938 - Die verwittwete Geschäftsinhaberin Ernestine Wilhelmine Großmann vergiftet sich mit Karbolsäure."

 

Am 15.05.1945 enden die chronologischen Aufzeichnungen.

 

 

Die Sonderhefte

 

Da in der Zeit der Recherchen nicht alle Themen umfassend untersucht und dokumentiert werden konnten, reifte die Idee, Sonderhefte zu erarbeiten. Mittlerweile sind 15 solcher Hefte zur Lomnitzer Geschichte erschienen. In Vorbereitung ist ein Heft zu Lomnitzer Persönlichkeiten und Originale, wie z. B. "Hunde-Büttner".

Wer dazu etwas beitragen möchte, denkt, dass es wichtig wäre zu erwähnen oder, oder..., den bitten wir um den Wissensschatz.

Heft 1: Historische Aufsätze und Steuerlisten

Heft 2: Handel und Gewerbe Teil 1

Heft 3: Lomnitzer Herrschaftsverhältnisse bis 1631

Heft 4: Alte Wege in und um Lomnitz

Heft 5: Schulgeschichte

Heft 6: Handel und Gewerbe Teil 2

Heft 7: Momente der Kirchengeschichte

Heft 8: Brunnen

Heft 9: Das Lomnitzer Rittergut

Heft 10: Lomnitzer Vereine, Teil 1 – von den Anfängen bis 1945

Heft 11: Lomnitzer Vereine, Teil 2 – 1945 bis 2010

Heft 12: Jagd und Natur

Heft 13: Johann Georg von Oppel

Heft 14: Landwirtschaft

Heft 15: Sagen

Heft 16: Lomnitzer Persönlichkeiten und Lomnitzer Originale (noch nicht erschienen)

 

 

2. Chronik -Die Häuserchronik-

 

Mit Heft 4 vom Mai 2004 mit dem Titel „Alte Wege in und um Lomnitz“ wuchs die Idee einer 2. Chronik. Eine Aufzeichnung der gesamten Häuser in Lomnitz mit deren Besitzer und eventuell auch ihrer eigenen Geschichte der Entstehung.

 

Wie sagt man immer: „Gesagt – getan!“ Es sollten dann aber noch fast 5 Jahre vergehen. Es wurden Archive „leergelesen“, Kirchenbücher gewälzt, Akten gesichtet. Flurstückspläne wurden eingesehen, Fakten in die richtige Reihe gebracht. Anfang bildeten die heutigen Grundstücke, welche dann zurückverfolgt wurden. So wurde z. B. der „Stammbaum“ der Obermühle bis ins Jahr 1710 aufgezeichnet, ein Dreiseithof auf der Kantor-Pech-Straße bis ins Jahr 1633 und z. B. das Rittergut bis ins Jahr 1534 mit seinen Besitzern.

 

Die Lomnitzer Bürger unterstützten mit ihren Angaben u. Bildern die Arbeit der Gruppe. Beim Lesen im Staatsarchiv wurden dann ganz „nebenbei“ einige interessante Schriftstücke von und über Lomnitz gefunden. So z. B. eine Inventarliste eines Bauernhofes, die Feuerordnung, Auszüge aus Gerichtsakten und die Dorfrügen. Dieses Material bereichert das Buch. Zur Illustration wurden die Häuser möglichst mit einem alten Bild und einem aktuellen Foto vorgestellt. Ende 2008, nach fast 5 Jahren, wurde dieses Werk unter Federführung von Herrn Kosok präsentiert.

 

Im August 2011 verstarb Werner Kosok leider viel zu früh. Er hatte noch so viele Ideen.

 

350. Todestag Johann Georg v. Oppel

 

Am 08. 07. 2011 wurde in Lomnitz der 350. Todestag von Johann Georg von Oppel begangen. Dazu wurde auf dem Friedhof eine Gedenktafel enthüllt sowie eine kleine Ausstellung im Pfarrhaus gezeigt. Diese dient nachfolgend als Wanderausstellung und ging als nächstes nach Wellerswalde.

 

Die Heimatforscher aus Wellerswalde haben es sich nicht nehmen lassen an der Einweihung der Gedenktafel mit teilzunehmen. In ihren Heimatort leben noch Nachfahren der Oppels. Es befindet sich auch eine restaurierte Gruft auf deren Friedhof. Diese wurde durch die Heimatfreunde von Wellerswalde wieder hergerichtet und ist nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei einem Besuch am 10.07.2011 konnten wir uns dort alles anschauen.

www.wellerswalde.de

Oppel kaufte 1631 das Rittergut als Wohnsitz. Die Gerichtbarkeit ging an ihn. So sollte er wohl als berühmtester Einwohner der Ortschaft gelten. Er war Regierungsrat in Dresden, Geheimer Rat und Steuereinnehmer, handelte den Friedensschluß von Prag und den Waffenstillstand zu Kötzschenbroda mit aus. Am 19.06.1661 verstarb er in Dresden und wurde dann am 08.07.1661 in der alten Kirche zu Lomnitz beigesetzt.

Die zusammengetragenen Fakten wurden durch die Ortschronisten wieder in einem Sonderheft zusammengefasst.

 

Lomnitzer Funde

 

Blickrichtung auf die erstmalige Erwähnung von Lomnitz 1313 und die 700 Jahrfeier 2013 begannen die Mitglieder der Arbeitsgruppe Chronik bereits 2008 sich intensiv mit dem Thema Ausgrabungen und vorgeschichtlichen Funden in Lomnitz zu beschäftigen.

 

Unter der Federführung von Herrn Lothar Simon, langjähriger Bodendenkmalpfleger in unserm Gebiet, entstand die Broschüre „Lomnitz – Die Besiedlung der Ortsflur in vorgeschichtlicher Zeit“, die seit September 2013 erhältlich ist.

 

In dieser Broschüre werden Fundstellen näher beschrieben. Gefundene Urnen und Tonscherben u. a. sind bebildert dargestellt. Es finden sich viele Erläuterungen zu den einzelnen Jahrhunderten, deren Besonderheiten usw.. Es ist sehr interessant und man kann die Erstbesiedlung richtig nach vollziehen. Ein Kauf lohnt sich auf alle Fälle.

 

Nachdruck der Häntzschel-Chronik

Originalausgabe der Kantor-Pech-Chronik von 1936

Ausstellung zum 350. Todestag von Johann Georg Oppel und ein Besuch in Wellerswalde